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Warum es in 10 Jahren völlig normal sein wird, dass jemand im Büro sagt: „Ich meditiere jetzt mal.“

„Achtsamkeit? Meditation? Ist das nicht ein bisschen zu esoterisch?“, fragst Du dich vielleicht. Oder Du interessierst dich schon dafür, aber willst wissen, was das konkret mit Deiner Arbeit zu tun hat?

Dann lass uns die beiden Begriffe mal anschauen: Wenn Du Lust hast auf ein kleines Experiment, dann überlege einfach mal, was Dir für Bilder einfallen, wenn Du das Wort „Meditation“ liest.

Was ist Meditation?

Vermutlich kommen Dir Bilder wie diese in den Sinn:

Schöne Menschen an schönen Orten in mehr oder weniger bequemen Sitzpositionen …
… und natürlich mit orangefarbenen Roben …
… und ohne Steinmännchen braucht man gar nicht erst anfangen.

Ein seltsamer Eindruck von Meditation, der da im Laufe der Zeit entstanden ist. Natürlich haben die Bilder oben alle einen wahren Kern – Meditation kommt aus asiatischen Kulturen und Meditieren kann auch bedeuten, eine Weile still zu sitzen.

Aber: Eine modernes Meditationstraining ist einfach etwas ganz Praktisches. Es ist gerade nicht abgehoben, sondern hilft im Alltag ungemein. Ein Weg, um einige universelle Fähigkeiten zu trainieren, die immer wieder nützlich sind.

Schauen wir uns mal an, was Meditieren ursprünglich bedeutet: das Pali-Wort „Bhavana“ wird typischerweise mit Meditation übersetzt. Wörtlich übersetzt bedeutet „Bhavana“ entwickeln oder kultivieren, so wie man z.B. einen Ackerboden kultiviert, damit die Pflanzen dort gut wachsen. Das Wort bedeutet also gar nichts Ungewöhnliches – eine umgangssprachliche Formulierung für kultivieren ist einfach trainieren.

Meditation ist also nichts anderes als Training! Und weil „Bhavana“ meist mit weiteren Wörter kombiniert wird, die Fähigkeiten unseres Geistes beschreiben, ist es insbesondere Geistestraining.

Dann kommt natürlich die Frage auf, was da genau trainiert wird – hier macht es jetzt Sinn, dass wir uns den zweiten Begriff anschauen: „Achtsamkeit“.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit wird häufig definiert als „im gegenwärtigen Moment sein“ – aber was heißt das konkret?

Doc, was heißt ‚im gegenwärtigen Moment‘ sein? Kann ich überhaupt nicht ‚im gegenwärtigen Moment‘ sein?

Ich finde eine fähigkeitenbasierte Definition von Achtsamkeit nützlicher. Jedes Achtsamkeitstraining fördert nämlich drei Fähigkeiten:

  • Konzentration hilft Dir, Dich auszurichten, auf das was gerade wesentlich ist.
  • Klarheit hilft Dir, Deine Emotionen sinnvoll in Deine Entscheidungen einfließen zu lassen. Sie nicht zu ignorieren, aber sich ihnen auch nicht auszuliefern.
  • Gelassenheit hilft Dir sinnvoll umzugehen, mit dem was gerade passiert – sei es etwas Angenehmes oder Unangenehmes. Sich nicht an Dingen abarbeiten, die gerade nicht zu ändern sind, sondern Deine Kraft da einsetzen, wo sie wirksam werden kann.

Eine moderne Achtsamkeitspraxis ist ein systematischer Weg, diese drei Fähigkeiten zu trainieren!

Warum ist das interessant für Dich?

Ich gehe davon aus, dass Du Software-Entwickler*in bist oder vielleicht agiler Coach oder Führungskraft im IT-Bereich. Vielleicht hast Du mit IT auch gar nichts am Hut, sondern löst an anderen Stellen komplexe Probleme, erarbeitest Konzepte oder bringst neue Produkte auf den Weg. Das heißt, Du bist Wissensarbeiter*in.

Jetzt denk einmal an einen typischen Arbeitstag mit all den Kontextwechseln, der Komplexität, den unklaren Prioritäten. Und stell Dir vor, du könntest mit ein wenig Training fokussierter durch den Tag gehen – sagen wir mal nur 10% fokussierter als Du es jetzt bist. Das wäre doch schon gigantisch, oder?

Schweben und mehr Arme gibt es durch Meditieren auch nicht…

10% klarer zu sein, was jetzt gerade wirklich wichtig ist und Deine Aufmerksamkeit verdient. Und 10% entspannter darin, einige Dinge sich entwickeln zu lassen und Dich dafür auf die Dinge zu konzentrieren, bei denen du die größte Wirkung entfalten kannst.

Genau darum geht es in einem modernen Achtsamkeitstraining: Wissenschaftlich fundiert und losgelöst von religiösen Einflüssen grundlegende Geistesfähigkeiten für unsere Arbeits- und Lebenswelt zu trainieren.

Das lohnt sich für Dich, weil Du zufriedener wirst mit Deiner Arbeit und weil sich das Training natürlich nicht nur auf Deine Arbeit auswirkt sondern auf Dein gesamtes Leben.

Und es lohnt sich für Unternehmen, weil sie Mitarbeiter*innen haben, die fokussierter am Wesentlichen arbeiten. Das haben auch schon viele Unternehmen erkannt und deswegen Achtsamkeitsprogramme aufgesetzt. Zwei bekannte Beispiele sind Google und SAP.

Und deswegen glaube ich, dass Meditieren und darüber offen zu reden, bald üblich sein wird. Das ist wie beim Sport: Wenn man es eine Weile lang ausprobiert, merkt man wie gut es einem tut und es wird zu einer Gewohnheit.

Und genauso wie es heutzutage völlig normal ist zu sagen: „Ich gehe jetzt ins Fitnessstudio (um meinen Körper zu trainieren)“, so wird es in ein paar Jahren völlig normal sein zu sagen: „Ich meditiere jetzt (und trainiere damit meinen Geist)“.

Du möchtest mehr lernen?

Dann kannst Du im 10 Wochen Programm „Achtsamkeit für (angehende) Agilisten“ richtig tief einsteigen. Wir beginnen mit einem Workshop-Tag am 19.06. und dann unterstütze ich Dich in den nächsten 10 Wochen darin, Achtsamkeit als Gewohnheit in Deinem Alltag zu etablieren. Für mehr Zufriedenheit.

Photo Credits: Meditation Woman by Jared Rice on Unsplash, Buddha by Vince Gx on Unsplash, Steinmaennchen by Bekir Dönmez on Unsplash, Back to the Future Mural by Garry Knight, Multitasking Guy by uberof202 ff